Lade Veranstaltungen

← Zurück zu Veranstaltungen

Blechschaden

Ein Kunst- und Umweltprojekt von Kurt W. Hamann

Jedes Jahr werden in Deutschland eine Milliarde (1.000 000 000 ) Getränkedosen in Supermärkten,
Kiosken und Tankstellen verkauft. Diese Dosen bestehen zu 100 Prozent aus Aluminium.
Wieviele Dosen weltweit in den Handel kommen, mag man sich angesichts der enormen Belastung
der Natur durch den Herstellungsprozess kaum vorstellen.

Nicht wenige Dosen werden einfach direkt im Hausmüll entsorgt oder, auf „Ex“ und wenn gerade
keiner guckt, dann „Hopp“ auf die Straße geworfen. Nach Auskunft der Hamburger Stadtreinigung
landen diese Dosen schließlich im Ofen einer Müllverbrennungsanlage. Eine relativ kleine aber
nicht unerhebliche Menge wertvollen Metalls, welches dann einfach verbrannt wird.

Die erste weggeworfene Getränkedose, die mich intensiv „ anguckte“, lag Anfang dieses Jahres auf
einer vielbefahrenen Straße in Hamburg. Eine von Autos plattgefahrene Bierdose der Marke „ 5,0
ORIGINAL“, gestaltet in den Farben Schwarz, Rot, Gold. Während einer roten Ampelphase
sammelte ich sie auf, vorsichtig, denn sie war hauchdünn, von zig Autoreifen ausgewalzt und mit
sehr scharfen Kanten. Die Lasche zum Öffnen der Dose guckte sogar noch oben raus. Alles in allem
ein Hingucker. Es dauerte nicht lange und sie hing gut gereinigt in einem Objektrahmen in meiner
Küche. Monate später fand ich wieder eine plattgefahrene, in der Sonne funkelnde Getränkedose
der Marke „Fanta“ und etwas weiter gleich noch eine der Firma Coca-Cola. Der Anfang für das
Upcycling-Projekt „Blechschaden“ war gemacht.

Inzwischen sind fast 1500 regelrechte Schmuckstücke zusammengekommen, die, bevor sie in
meine Sammlung kommen, intensiv gereinigt werden und dann ausnahmsweise einmal nicht dem
Recycling-Verfahren zugeführt werden. Mit Hilfe dieser vielen achtlos weggeworfenen, bunten und
funkelnden Getränkedosen entsteht etwas Neues.

Die Botschaft :
Wir müssen endlich viel konsequenter als bisher gegen den Raubbau an der Natur vorgehen. In den
vergangenen Jahrzehnten sind bereits große Flächen des Regenwaldes den Kettensägen der
Baumfäller zum Opfer gefallen. Ein für uns lebenswichtiges und schützenwertes Ökosystem gerät
immer mehr in Gefahr. Von Bäumen, die selbst zu Aluminium erstarrt sind, an deren Ästen Blätter
und Früchte aus Aluminium hängen, können wir nicht leben!

https://www.kurtsgeschichten.com/die-geschichten/aktuelle-projekte/
  • Es wurden keine Ergebnisse gefunden.