Grusswort von Sarah Lesch

Grusswort von Sarah Lesch

„Ich freue mich sehr, dieses Jahr nicht nur das Klimakonzert spielen zu dürfen, sondern auch die Hamburger Klimawoche als Schirmherrin zu begleiten. Auch wenn Umweltschutz im engen Sinne selten vordergründiges Thema meiner Musik ist – das Anliegen einer nachhaltigen Gesellschaft zieht sich wie ein roter Faden durch meine Lieder. Denn neben allem Schöngeistigen ist mir der sinnvolle Umgang mit uns selbst und einander ein großes Herzensanliegen. Nicht nur als Musikerin und öffentliche Person, auch als Mama und als Frau und als ein atmendes Wesen mit Puls und Verstand.

Ich glaube nicht an verordnete Lösungen, ich glaube an Veränderung durch gemeinsames Handeln. Sei es die Bewahrung unserer Umwelt, sei es die Zuwendung zu hilfsbedürftigen Menschen, sei es die Heilung unseres verkorksten Umgangs mit unseren Kindern, der Umgang mit älteren Menschen, sei es Frieden, Freiheit oder einfach das Recht auf Nahrung, Bildung und Unversehrtheit für alle Kinder und ihre Erwachsenen- es wird nicht besser, wenn wir uns gegenseitig nur hehre Ziele vorgeben und immer nur an die anderen Ansprüche stellen. Wir müssen auch jeder selbst den Weg gehen, ganz besonders, wenn er steil und steinig und voller Entbehrungen scheint.

Die UNO als Gemeinschaft der Staaten hat sich bis 2030 Nachhaltigkeitsziele gesetzt, nicht nur im Umweltbereich, sondern zu allen wichtigen Menschheitsfragen. Aber es reicht nicht aus, dass die Regierungen sich zur Umsetzung verpflichten. Wie das aussieht, kennen wir: Im Lokalen steht die globale Verantwortung dann oft genug doch hinter der Alltagspolitik an. Und ohne Mitmachbereitschaft von uns selbst geht es einfach nicht: Da wird das Benzin teurer, dann fahren wir halt schimpfend zum Einkauf. Da folgt ein Lebensmittelskandal nach dem anderen und wir kaufen weiter jeden Tag Unmengen Fleisch für ein paar Cent. Und mittlerweile ist wohl allen klar, dass das auf Kosten anderer und letztendlich auch auf unsere Kosten geht. Wir werden davon fett und krank und wenn wir ganz ehrlich in uns hinein horchen, haben wir andauernd ein schlechtes Gewissen. Wir haben zwar die Freiheit und den Reichtum, die Macht und sogar die Schulbildung erhalten um uns zu entscheiden, etwas zu verändern, zu unterstützen oder eben gerade nicht, aber wir stellen uns oft lieber blind und dumm und arm, als diese Kraft für etwas Wundervolles zu nutzen: Eine sinnvoll und für alle artgerechte- und lebenswerte Gesellschaft, in der liebevolle Achtsamkeit, Lebendigkeit und respektvolle Gemeinschaft oberste Priorität sind.

Wir entscheiden das, denn auch wir sind hier zu Hause. Freiheit ist nicht teilbar. Eine Freiheit, die nicht auch deine Freiheit ist, ist keine Freiheit. sagte Erich Fried einmal und der gute Bob Marley bringt es mit folgendem Satz für mich auf den Punkt: “Non but ourselves can free our Minds”. Jetzt heißt es: In die Hände spucken und selbst etwas tun. Und das wird nicht mühsam, das wird sich gut anfühlen. Wirksamkeit ist etwas wunderbares und Machtlosigkeit eines der schlimmsten Gefühle, die es gibt.

Die Hamburger Klimawoche ist allein von den hier lebenden Bürgern und Unternehmen gestaltet und finanziert und somit eines der besten Beispiele dafür, wie wir selbst mit anpacken können. Schließlich geht es um unser zu Hause. Unsere Luft, unser Wasser, unsere Kinder, unsere Alten, unsere Natur, unsere Freude und unsere Zukunft. 

Und jetzt sind die Zeiten, von denen wir später schwärmen werden. Ich möchte eines Tages sagen, ich war ein Teil davon. Und ich freue mich, wenn ihr auch dabei seid. Nicht nur bei meinem Benefizkonzert, sondern bei allem, was uns wieder Lebendig und Gemeinsam macht.

Reise Reise!

Eure Sarah“