Jeannine Platz

Schiffe, Kräne und ein Lichtermeer – manchmal benötigt es nicht mehr, um glücklich zu sein. Im Hamburger Hafen fühle ich mich in die Arme genommen und zugleich überkommt mich ein unstillbarer Drang nach weiter Ferne. Am liebsten male ich meine Bilder auf Containerschiffen mitten im Meer. Hier ist ein Ort, an dem ich am Intensivsten innehalten und staunen kann. Die Stille und zugleich die Kraft fasziniert mich. Hier fange ich die unendliche Weite des Horizonts ein. Jedesmal kehre ich mit einer Ausstellung in den Heimathafen zurück, sie erzählt vom Schmecken der Farben des Meeres, vom Atmen des Zeitlosen, vom Fühlen der Unendlichkeit. Das Fühlen der Farben und der Leinwand ist für mich essenziell, daher male ich mit meinen Händen, ganz ohne Pinsel. Packt mich eine Idee, lege ich einfach los. Den Zauber der Gesamtkomposition verstärkt die Kalligraphie, welche ich in der Malerei oft einfließen lasse. Die Worte sind meist nicht lesbar, sie verleihen dem Bild etwas mystisch Geheimnisvolles. Es ist eine Liebeserklärung, die so manches Bild vollendet. Kalligraphien befinden sich im Atelier viele Hundert, eine davon ist ein Zitat von Blaise Pascal an der Wand: „Es ist herrlich im wilden Sturm auf einem Schiff zu sein, von dem man weiß, dass es im Hafen ankommt“.

Mein Beitrag zur Klimawoche ist ein Bild, in dem Jeder ein Teil ist und alle Teile zu einem Ganzen beitragen. Ich male das Meer auf Leinwand und stelle Kindern und Erwachsenen die Frage: „Was magst Du am Meer?“ Die Antworten würde ich in das Bild kalligraphieren, sodass daraus eine Wortcollage entsteht. Das Gemeinschaftswerk kann versteigert werden und der Erlös kommt der Initiative zugute.

 

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